Das Paket

Jeder hat sein Päckchen zu tragen.

Als ich damals das Hotel-Mama verlassen habe, um in die große weite Welt zu ziehen, hatte ich nicht sonderlich gute finanzielle Möglichkeiten.

Mein Kühlschrank war recht überschaubar. Seiner Zeit konnte ich auswendig aufsagen, welche Tütensuppen es in welchem Supermarkt gibt. Ich bin nicht stolz darauf. Andererseits hätte das locker für „Wetten, dass..?“ gereicht.

Meine Mutter hatte indes eine andere Wahrnehmung. „Das arme Kind verhungert!“ So schlimm war es zwar nicht, doch diese Annahme sorgte dafür, dass ich ab und an ein Care-Paket bekam.

Nudeln, Wurst, Konservendosen, Schokolade – das volle Programm. So ein Paket bedeutete Wohlstand und Luxus. Spätestens seit dieser Zeit finde ich es richtig gut Pakete zu bekommen.

Heutzutage ist mein Kühlschrank auch ohne Mithilfe meiner Mutter stets gut gefüllt. Pakete bekomme ich trotzdem noch. Ab und an von meiner Familie mit Schokolade oder selbstgebackenen Keksen. Viel öfter jedoch von Versandhäusern und Online-Händlern.

Die Vorfreude über Pakete ist ungebrochen. Denn entweder bekommt man eine tolle Überraschung oder etwas, was man sich wissentlich bestellt hat, um irgendwas im Leben zu verbessern.

Das einzige, was meine Freude mitunter etwas trübt ist, dass ich meine Pakete manchmal erst über Umwege oder viel später, als eigentlich angedacht, erhalte. „Wir haben Sie leider nicht angetroffen.“ Komisch, denn ich war zu Hause und die Klingel funktioniert auch tadellos.

paket

Ein weiterer Klassiker: Wenn der Abholschein in irgendeinem Briefkasten landet – nur nicht im Eigenen. Bevorzugt im Briefkasten von dem Nachbarn, der gerade 3 Wochen im Urlaub ist.

DailyBadLuck

Trennungsangst
zwischen Boten und Paketen

Habe die Ehre
X

3 Gedanken zu “Das Paket

  1. Hast Du nicht gewusst, dass die Klingelsreich-Aktionen, an denen Du als Kind doch sicher auch teilgenommen hast, in Wirklichkeit das Assessment Center von DHL waren? Wer sich dabei erwischen ließ, dass er geklingelt hat, wurde nicht genommen.

    Gefällt 3 Personen

  2. Mit Geschichten über verschwundene, bereits für tot erklärte, dann aber doch wieder auferstandene Pakete, könnte ich ganze Bücher füllen.
    Als Stadtbewohner ist man ja den Luxus von Infrastruktur und Zivilisation gewohnt, aber wenn es um Pakete geht, fühle ich mich immer wieder ins Postkutschen-Zeitalter zurückversetzt *grml*

    Gefällt 1 Person

  3. Besonders erwähnenswert folgender, mir passierter, Fall: An der öffentlich zugänglichen Haustür klebt ein Zettel auf dem steht, das für Herrn XXX (also ich) ein Paket gegenüber im Schuhladen abgegeben wurde. Nun glaubt aber mal nicht das der Kerl im Schuhladen beim Abholen nach dem Ausweis gefragt hat…

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s