Die Toilette

Der Thron des einfachen Mannes!

Jede gute Wohnung hat mindestens eine heilige Halle mit einem Keramikaltar. Die erbrachten Opfergaben mögen nicht jedem gefallen. Der Gott des Abflusses ist jedoch nicht wählerisch.

Neben diesem religiösen Aspekt gibt es weitere Gründe, um sich eine Toilette in der Wohnung zu halten. Eigentlich sollte allein die Hygiene als guter Grund ausreichen. Die Bequemlichkeit spielt jedoch genauso eine Rolle, wie das Reduzieren von Gefahren.

Der Weg über den Flur zum stillen Örtchen ist doch um einiges angenehmer, als des nachts in einen dunklen Wald zu gehen. Schließlich ist es in der Natur so, dass Raubtiere bevorzugt Beute reißen, die schutzlos ist. Wann wäre man schutzloser, als mit sprichwörtlich runtergelassenen Hosen nachts im Wald?

Die Vorteile überwiegen ganz klar. Doch, wie alles, was der Mensch schafft, passieren auch Missgeschicke bei der Toilette. Natürlich auch immer dann, wenn man es gar nicht gebrauchen kann. Wie mir am Sonntag Morgen.

toilette

Es ist zum Beispiel eher beunruhigend, wenn die Spülung zwar funktioniert, jedoch das Wasser ungewöhnlich langsam abläuft. Um mir etwas Ruhe zu verschaffen, wartete ich bis der Wasserspiegel wieder auf Normal-Null stand (oder in diesem Fall Normal 00) und spülte erneut mit dem gleichen Ergebnis.

Das Wasser wollte partout nicht schnell ablaufen. Den Spülvorgang wiederholte ich noch weitere hundert mal  – bis ich irgendwann bemerkte, dass es scheinbar noch langsamer abläuft. Wir kamen dem Stillstand schon sehr nahe.

Zu den Dingen, die man haben sollte, das jedoch erst merkt, wenn es zu spät ist, gehört seit neuestem ein Pömpel. Da ich so ein Teil eben nicht besitze, was blieb mir übrig? Wäre ich Polizist, ich hätte sagen können, dass ich den langen Arm des Gesetzes einsetze, um den Schmutz der Gesellschaft zu entfernen.

Da ich kein Polizist bin und auch keinen Gummihandschuhe hatte, musste mein Arm, eingepackt in einen reißfesten Müllbeutel, die Situation retten. Natürlich versucht man vorher noch alles andere. Über heftiges rütteln mit der Klobürste, bis hin zu beten – es wollte alles nicht helfen.

Mit einem Misch aus Tatendrang und Ekel stand ich also in den heiligen Hallen. Durch das unzählige Spülen war nur noch sauberes Wasser im Becken. Angenehm ist trotzdem anders. Wenige Minuten und einen nassen Müllbeutelarm später kam die Erkenntnis: Das wird nix.

Also bei der Hausverwaltung angerufen und berichtet. Ein Klempner musste her. Sonntag früh – man stößt auf viel Gegenliebe. Immerhin kam der Klempner Dank Mietvertrag kostenfrei und relativ zügig.

Es kam natürlich das, was kommen musste. Der Klempner geht mit Sack und Pack ins Badezimmer und will sich ein Bild vom Übel machen. Er drückt die Spülung es macht einmal flusch und das Wasser ist weg. Er guckt mich ungläubig an und ich denke nur…

DailyBadLuck

Vorführeffekt

Habe die Ehre
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4 Gedanken zu “Die Toilette

  1. Yep, kenn ich. Mein Pömpel passte nicht mal auf’s Klo (war zu klein, eher für Waschbecken).
    Ich habe das Problem ähnlich gelöst wie der Klempner: Ein paar Eimer mit Wasser gefüllt, Klospülung gedrückt UND Wasser bis zum Rand der Toilette angefüllt und dann drücken etwa 30 Liter Wasser auf die Verstopfung. Es röhrt laut und ist weg.
    Tolles Thema 😀

    Gefällt 1 Person

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