Die Rezension

Denn Sie wissen nicht, was sie tun.

Als Musikliebhaber und ehrlicher Bürger fand ich mich früher sehr oft in Plattenläden wieder. Ich stöberte Stunden durch die Regale und war letztlich doch auf mein Bauchgefühl oder das Hörensagen von anderen angewiesen.

Das Internet hat dieses Problem deutlich vereinfacht. Ich muss nicht mehr im Laden stehen sondern kann bequem von der Couch aus durch die Musikwelt wandern. Mit Anspielern, Soundproben, manchmal ganzen Songs und vor allem Rezensionen.

Mir fällt es manchmal schwer eine Kaufentscheidung zu treffen, wenn ich 30 Sekunden von einem ganzen Album hören kann. Schließlich erwarte ich auch ein bisschen Abwechslung auf dem Album. Ganz zu schweigen von der künstlerischen Qualität. Das kann man unmöglich in solch kleine Schnipsel packen.

Was die Rezensionen angeht, da bin ich immer etwas hin und her gerissen. Der Musikgeschmack eines jeden einzelnen ist eben doch sehr unterschiedlich. Schubladendenken wie im Großhandel, wo es nur Rock, Pop und Hip Hop gibt, nutzt niemanden etwas. Deswegen ist eine Rezension immer mit Vorsicht zu genießen. Man weiß nie sicher, wer da eigentlich schreibt.

Trotzdem lese ich gerne vor dem Kauf, was andere Menschen denken. Oftmals hat man wirklich qualifizierte Beiträge dabei. Leute, die ihre Eindrücke wiedergegeben. Idealerweise in einer Form, dass man merkt: „Aha, diese Person mag dies und das, während sie weniger Augenmerk auf jenes legt“. Es ist dann vielleicht nicht die eigene Meinung, aber es hilft einen Eindruck vom Produkt zu bekommen.

Bis man so eine Rezension gefunden hat muss man mitunter aber echt viel Grütze über sich ergehen lassen. Wenn ich jedesmal einen Cent bekomme würde, wenn jemand eine Rezension schreibt, die rein gar nichts mit dem Produkt zu tun hat, ich wäre ein reicher Mann.

Da bewerten Menschen eine CD extrem negativ weil das Paket zu spät geliefert worden ist. Ein anderer bemängelt die Verpackung. Der nächste schreibt von Dingen, die man nicht mal mit viel Phantasie mit der Platte in Verbindung bringen kann.

Doch am schlimmsten sind Plattformen, wo Leute nicht nur Rezensionen schreiben, sondern die Nutzer auch eigenständig Fragen / Antworten zu einem Produkt eintippen dürfen.

Die Idee ist im Grunde nicht verkehrt. Leider verstehen einfach zu viele Menschen nicht, dass eine Antwort nur dann sinnvoll ist, wenn sie auch verwertbare Information enthält.“Ich kann zu diesem Produkt nichts sagen, da ich es nicht gekauft habe.“ fällt eindeutig in die Kategorie 0-Information.

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DailyBadLuck

„hilfreiche“ Infos

Habe die Ehre
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3 Gedanken zu “Die Rezension

  1. Sprechen wir von Amazon? Ich habe nämlich zufällig auch gerade eine Frage bekommen, die ich genauso unverständlich wie manche Antwort finde! Die Frage zu einer von mir bereits erworbenen Kühltasche lautete „Passt diese Kühltasche in einen normalen Rucksack?“
    Was soll man da als Käufer antworten? „Wieso willst du eine Kühltasche, die man am Griff oder über der Schulter tragen kann, nochmal in einen Rucksack stopfen?“ oder „Was ist ein ’normaler Rucksack‘?“ oder ganz patzig „Die Maße stehen dabei, miss deinen Rucksack und frag dich das selbst!“

    Aber ja, du hast recht. Wenn ich bei Amazon bei einem Frontgepäckträger unter einer 1-Stern-Bewertung lese, dass der Korb toll ist, das Fahrrad aber jetzt aufgrund eines fehlenden Zweibein-Ständers immer umfällt und das der Grund für die 1-Stern-Bewertung, frage ich mich schon, was bei den Leuten los ist 😀

    Noch schlimmer ist nur, wenn es nur Stern-Bewertungen ohne Kommentarfunktion gibt. Da kannst du „die Grütze“ nämlich nicht mehr von Sinnvollem unterscheiden 😉

    Gefällt 1 Person

    • Ich habe während der Minirecherche zu diesem Beitrag entdeckt, dass die Rezensionen bei Amazon auch noch eine Kommentarfunktion bieten. Kurz gesagt, vielleicht ist leichter und besser, wenn man einfach ohne sowas zu lesen online shoppen geht 😉

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      • Ach, manchmal finde ich das ganz hilfreich. Das ist wohl wie bei der Musik: Es gibt Dinge, die einem am Produkt wichtig sind und andere Sachen, die man verkraftet. Wenn man liest, was die Leute so schreiben, kann man manchmal ganz gut aussieben. Beispiel: Ein Wasserkocher hatte saumiese Rezensionen, weil er bei der Maximalbefüllung 1,7l immer überkochte. Wer aber eh maximal 1,0l Wasser heißmacht, dem ist sowas ja auch egal 😀

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