Das Hotel

5 Sterne ohne Luxus.

Meine Frau und ich wurden zum Essen eingeladen. Meine Schwester hatte ein schickes Restaurant gefunden und nun galt es nur noch einen Termin auszumachen, an dem wir alle Zeit haben. Leichter gesagt als getan – aber wo ein Wille, da ein Gebüsch.

Dieses Wochenende war es nun endlich soweit. Da meine Schwester knappe 300 Kilometer entfernt wohnt und bereits ihre Schwiegereltern das Gästezimmer beanspruchten, fiel unsere Wahl auf ein Hotel.

Für uns eine recht neue Erfahrung, denn meine Frau und ich bevorzugen eher freistehende vier Wände im Urlaub. Ein eigener Bungalow oder ein kleines Häuschen mit Selbstverpflegung ist uns meist lieber als die Massenabfertigung in Hotels.

Aber für zwei Nächte in Hamburg ein Haus zu buchen ist zum einen Quatsch und zum anderen nicht mit ruhigem Gewissen bezahlbar. Der Plan war einfach. Wenn wir schon in den „sauren Apfel“ namens Hotel beißen müssen, dann wenigstens mit Stil.

Mindestens fünf Sterne und eine gute Lage muss es haben. Durch die ganzen Onlineplattformen hatten wir recht schnell etwas ansprechendes gefunden. Das Zimmer sah gut aus, die Einrichtung schick mit unnötigen Extras und das ganze zu einem Preis, der noch okay für uns war.

Bei der Anreise wurde uns die Tür aufgehalten, mehrere Personen waren bemüht uns zufrieden zu stimmen.Brauchen Sie Hilfe beim Gepäck? Sollen wir Ihre Schuhe putzen? Sollen wir Ihnen etwas auf Ihr Zimmer bringen? Hätte Laservelociraptor bestellt, der stepptanzend den Titelsong von Biene Maja singt – ich hätte ihn bekommen.

hotel

Es war überraschend gut. Wir fühlten uns wie echte Berühmtheiten. Der Service war ein Erlebnis für sich und das Zimmer war exakt so, wie es die Bilder im Internet ankündigten. Wir waren mehr als zufrieden. Unsere Meinung über Hotels wurde maßgeblich verbessert.

Zumindest bis zum nächsten Morgen. Denn um kurz nach 7 Uhr polterte dann etwas an unserer Zimmertür vorbei. Dem Klang nach zu urteilen wurde mein Velociraptor gerade geliefert.

Es donnerte unregelmäßig und wurde mal lauter und mal leiser. So oder so reichte es aus um uns aus den Schlaf zu reißen. Es hat uns auch erfolgreich daran gehindert wieder einzuschlafen.

Ein Blick aus der Tür löste das Geheimnis. Eine Familie war im Begriff ein Hotelzimmer zu verlassen. Während das Elternpaar unfähig war einen Koffer so hinzustellen, dass er nicht umkippt, spielten die beiden Söhne im Flur Basketball.

Ein Hotelangestellter konnte das Treiben wenig später dann doch etwas reduzieren. Zu diesem Zeitpunkt war aber bereits völlig klar, dass Hotel hatte fünf Sterne – manche Gäste aber nur Ballermannniveau.

DailyBadLuck

Hotelgäste

Habe die Ehre
X

3 Gedanken zu “Das Hotel

  1. Also wirklich! Basketball im 5* Hotel? Da hätte man wenigstens eine Partie Golf erwarten dürfen … Das macht dann das Rauslugen bei der Zimmertür, woher das *ziiiiisch – plonk* käme, allerdings zu einem fast so gefährlichen Unterfangen, als liefe ein Dinosaurier frei herum 😉

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s