Die Emotionen

Wenn Wehmut und Demut auch gut tut.

Es erscheint mir eine Gabe zu sein, mit seinen Emotionen umgehen zu können. Zu wissen, wann einem weinen gut tut oder wenn man den Drang zu lachen einfach nachgibt ohne sich durch Blicke anderer stören zu lassen.

Wir Menschen sind etwas eigenartig wenn es um Emotionen geht. Es ist uns unangenehm, wenn fremde Menschen in unserer Nähe zu emotional agieren. Keiner möchte im Bus neben dem weinenden Mädchen sitzen. Das dauerlachende Paar ist ebenfalls anstrengend und von dem wütenden Typ, der zwar eigentlich nichts macht – außer wütend zu wirken – wollen wir am besten nicht mal angeschaut werden.

Mit Freunden oder Familie geht es uns schon etwas besser. Man weiß, dass die Leute die Emotionen verstehen oder gar teilen können. Es macht es uns leicht zu lachen oder zu weinen. Wir wissen, dass Trost, Mitgefühl aber auch ein stärkeres „Wir-Gefühl“ entsteht und es deshalb keinen Grund gibt, sich zu verstellen.

Schwierig sind die Grauzonen. Menschen, die wir kennen aber nicht gut genug um wirklich zu wissen wie etwas einschätzen. Hält man mich für schwach, wenn ich mal weine? Bin ich zu nervig, wenn ich schalend loslache? Der Zweifel lauert überall.

Es ist auch der Zweifel, der mir zeigt wie Komplex das Leben sein kann. Denn welche Emotion zeigt man eigentlich, wenn man langjährige Freunde für etwas verlässt, worauf man sein Leben lang hingearbeitet hat?

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Welchen Gesichtsausdruck nimmt man, wenn die Trauer über das Verlassen gepaart wird, mit der Freude auf das Neue? Oder wenn die Spannung vor dem Unbekannten, die Sicherheit und Geborgenheit verdrängt?

DailyBadLuck

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3 Gedanken zu “Die Emotionen

  1. Gute Fragen. Ich fürchte, Karl Klammer gibt da auch keine Antworten. Als pathologischer egozentrischer Euphorist dulde ich persönlich bei Veränderungen, die gut für mich sind, keinerlei Trauer. Allenfalls ein wenig Wehmut. Aber nur, wenn ich gerade wegschaue. „Wir bleiben ja in Kontakt“.

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  2. Ich glaube, im Bus möchte niemand neben dem weinenden Mädchen sitzen, weil man sich dann der Gewissensfrage aussetzen müsste, ob man sie fragt, warum sie weint. Könnte nämlich sein, dass sie Hilfe braucht – und die müsste man dann geben…

    Ansonsten bin ich der Meinung, dass man sein sollte, wie man ist. Und wenn andere Menschen einen deswegen für schwach oder dämlich halten, ist dieses Unverständnis deren Charakterfehler, und nicht die Schwäche meiner.

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