Der Eimer des Sonderbaren

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Liebes Tagebuch,

mein Erbrochenes haben die Zweibeiner mit einem weißen Papiertuch bedeckt. Als sie das Tuch aufgehoben haben, war fast alles verschwunden. Mit einem zweiten Tuch wischen sie die letzten Reste fort. Auf dem Boden sind sämtliche Spuren des Vorfalls damit verschwunden. Die Tücher werfen sie in einen Eimer in dem eine Knistertüte hängt.

Was für ein eigenartiges Ritual. Warum füttern die Zweibeiner einen Eimer mit meinem Halbverdauten? Die beiden Zweibeiner wuseln aufgeregt durch mein Reich. Auf meinen Kratzbaum beobachte ich das Geschehen und versuche noch immer herauszufinden, was eigentlich gerade passiert ist.

Warum wollte das Futter nicht in meinem Magen bleiben? Woher hatten die Zweibeiner auf einmal diese weißen Tücher und wo kam eigentlich der Eimer her? Fragen über Fragen. Nachdem die Zweibeiner weiterhin nur unverständliche Laute von sich geben, werde ich die Antworten wohl selbst herausfinden müssen.

Gut Ding will Weile haben und in der Ruhe liegt die Kraft. Da die Zweibeiner sich scheinbar auch langsam wieder beruhigen, beschließe ich mich erstmal etwas auszuruhen. Mein Thron im Kratzbaum ist komfortabel genug und wird mir gute Dienste als Schlafplatz leisten.

Zur Sicherheit schiele ich noch ein paar Momente durch halbgeschlossene Augen. So richtig vertrauen tue ich den Zweibeinern natürlich noch immer nicht. Aber wie gesagt, sie spüren scheinbar meine majestätische Präsenz und halten respektvollen Abstand. Da sich der Abstand auch nach einigen Minuten nicht verringert, ändert sich der Status meiner Augen von „halb zu“ auf „Tiefschlaf“.

Kaum weggedöst bemerke ich, dass etwas meinen Rücken berührt. Ich schrecke auf und bemerke, dass der große Zweibeiner deutlich näher gekommen ist. Auf Armlänge, um genau zu sein – und zwar mein Arm!

Seine unauthorisierte Berührung quittiere ich mit einem gezielten Krallenhieb gegen seinen Arm. So geht es schließlich nicht! Mit einem kurzem Schmerzlaut zieht er seine Pfote zurück. Hm… eigentlich blöd, so ganz unangenehm war die Massage eigentlich nicht.

Mit einem Blick signalisiere ich ihm, dass er weitermachen darf. Doch der Verstand des Zweibeiners reicht offensichtlich nicht aus, um die Anweisung zu deuten. Vielleicht muss ich wieder die Augen schließen, um ihn zu ermutigen, mich zu massieren.

Mit geschlossenen Augen liege ich da und warte. Als ich wieder fast weggedöst bin, merke ich, dass etwas vorsichtig meinen Rücken und meinen Kopf massiert.

Gute Zweibeiner… vielleicht besteht doch Hoffnung für sie.

Ich werde berichten.

Maunz


Auch kleine Dinge machen die Welt besser

hfh

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