Ein Tag in den Museen Islands
Nachdem wir gestern einen Mammuttag voller Aktivitäten hatten, sollte es heute ein regnerischer Tag werden. Unser Frühstück hatten wir gegen 10 Uhr und das muss auch so die Zeit gewesen sein, wo wir uns dachten: „Irgendwas sollten wir schon noch machen.“
Leider gibt es in Island nach wie vor keine Indoor-Wasserfälle. Generell ist die Auswahl an wetterfesten Aktivitäten eher überschaubar. Wir hatten kurz darüber nachgedacht, ob wir so eine Lavatunnel-Tour machen. Allerdings sind die unter der Erde und dadurch noch kälter. Dann stand auf deren Website sowas wie „Teilnehmer brauchen eine gute körperliche Verfassung und Balance.“ Ich war also gleich doppelt disqualifiziert.
Jetzt anschnallen – es wird wild: Nachdem ich die letzten Tage immer wieder zum Ausdruck brachte, dass ich mit Kultur nicht viel anfangen kann, hatte ich die glorreiche Idee, dass wir nach Reykjavik fahren und Museen besuchen. Kleine Randnotiz dazu – ich bin für den Plural Museumse. Allein weil es lustiger klingt.
Im strömenden Regen ging es für dann die knappe Stunde per Auto in die Hauptstadt. Unser erste Museum war das „Aurora – The Northern Lights Center“ und ich muss sagen, dass war ganz nett. Am Anfang sieht man ein paar Bilder von Nordlichtern und liest Geschichten dazu, wie die Menschen früher die Nordlichter interpretiert haben. Ich weiß dadurch, dass grüne Nordlichter tendenziell gut sind, rote Nordlichter sind böse. Außer in China – da sind rote Nordlichter ein Zeichen für einen Schlangengott mit Menschenkopf, der aus Gründen durch die Lüfte segelt.
Es gab außerdem ein paar schöne kleine Interaktive Elemente. So hatte das Museum ein Polarlicht im Glas oder am Ende sogar ein paar VR-Brillen, wo man sich Nordlichter quasi live anschauen konnte.

Keine zwei Minuten neben dieser ersten guten Museums-Erfahrung steht das Museum für die Wale Islands. Die Rezensionen sahen ganz ok aus und preislich war das auch noch auszuhalten – also hin da.

Hier war ich hin- und hergerissen. Es ist im Grunde eine riesige Halle in der diverse Wale (aus Kunststoff) in Originalgröße rumhängen. Man kann sich einen Audioguide dazu anhören oder hier und dort an Tablets ein paar Informationen ergattern. Irgendwie wollte der Funke aber nicht so recht überspringen. Es wirkte relativ lieblos und so machte ich das, was ich schon zu Schulzeiten in Museen tat: Ich schaute mir alles an, drückte ein paar Knöpfe bei den interaktiven Sachen und bin wieder raus.
Ein Highlight gab es dann allerdings doch noch. Kurz vorm Ausgang gab es die Möglichkeit, das man einen Wal ausmalt. Ich präsentiere nicht ohne Stolz: Murphy vor einem Wal

Nachdem es vor Ort schon Irritationen dazu gab: Der Wal kotzt kein Blut – er streckt einfach nur die Zunge raus. Es hat schon seinen Grund, warum ich sonst nur mit Paint zeichne.
Aus dem Wal-Museum raus, schauten wir bei Google Maps, was sonst noch so in der Nähe ist und staunten nicht schlecht, als wir „Omnom Ibuð“ sahen. Omnom ist isländische Schokolade und für uns mittlerweile Herzenssache. Die Schokolade ist in Deutschland nur sehr umständlich zu bekommen. Geschmacklich ist es für die meisten vermutlich einfach nur Schokolade. Für uns ist es eine süße Erinnerung an Island.
Wir sind also zu dem Laden hin und freuten uns wie die Kinder auf unsere Omnom-Schoki. Der Laden ist in erster Linie ein Eis-Café. Bei dem Schmuddelwetter geht da natürlich keine Menschenseele hin. Wir standen also vor zwei irritieren isländischen Eisverkäuferinnen und redeten über Schokolade.
Es gibt dort übrigens auch Schokoladen-Seife. Da die Gefahr aber zu groß ist, dass man damit auch noch unter der Dusche nascht, haben wir uns doch nur mit der geliebten Tafel Schokolade eingedeckt. Außerdem haben wir uns dann noch ein Omnom-Eis gegönnt. Dieser Tag in Reykjavik hat auf jeden Fall ungeahnte Highlights geboten.
Aber auch mit Blick auf die Museen sind wir auf den Geschmack gekommen. Unser Weg führte zum vielleicht bekanntesten Museum in Reykjavik – dem Perlan. Hier findet man gleich mehrere Dinge. Zum einen gibt es einen Ausstellung über die Naturgewalten Islands. Des weiteren gibt es ein paar ausgestopfte Tiere, eine Lava-Show, einen Nachbau der Vogelwand des Látrabjarg, eine Eishöhle und ein Planetarium. Ihr seht schon – wenn Kultur – dann richtig!
Das ganze Gebäude ist supermodern und überall gibt es viel zu entdecken und zu bewundern. Beispielsweise gibt es einen Flur, wo im Boden sehr schön der Eindruck erweckt wird, als würden große Fische unter einem schwimmen.

Vom Eistunnel war ich ehrlich gesagt dann aber doch ein wenig enttäuscht. Es ist halt einfach ein längerer Gang, etwas verwinkelt und auf Minus 10°C runtergekühlt. Die Wände sind aus Eis und Schnee und ja… das ist es dann eigentlich auch schon. Da man dort aber immer als Gruppe reingehen muss, hat man eigentlich keine Chance mal ein gescheites Foto zu machen. Da der Platz auch überschaubar ist, wollte keine WOW-Stimmung bei mir aufkommen und ich bin relativ schnell da durch.

Da war die Vogelwand schon deutlich besser. Hier stehen kleine interaktive Ferngläser und man kann sich Videos und Bilder zu allen Vögeln anschauen. Es ist gleichermaßen unterhaltsam wie informativ und dazu auch noch sehr hübsch gemacht.

Der eigentliche Star für uns war aber das Planetarium. Hier wird alle halbe Stunde eine Show über die Nordlichter gezeigt, Eine kleine Geschichte führt einen von der Erde, durchs Weltall und weiß dabei allerhand bildgewaltiges in den riesigen Halbkreis zu werfen. Es hat uns so gut gefallen, dass wir dieses Erlebnis gleich zweimal mitgenommen haben.

Wir waren auch noch bei der Lava-Show, wobei ich hier sagen würde, dass es das Wort Show nicht verdient hat. Es war ein Video über die jüngeren Vulkanausbrüche in einem Raum, den man künstlich wie verbrannte Erde riechen lässt. Kann man mal machen, bleibt aber nur bedingt hängen. Ich bin begeisterungsfähig für Lava und von daher ging ich unterm Strich zufrieden da raus. Anderen würde ich raten, dass man nicht allzu hohe Erwartungen daran stellen sollte.
So oder so – es war auf einmal 17 Uhr und wir waren positiv überrascht, dass wir den Tag doch ganz gut rumgekriegt haben ohne nass zu werden. So wie es aussieht, haben wir uns das aber auch nur bis morgen aufgehoben. Denn auch morgen soll das Wetter eher blöd werden. Wir haben aber noch 1-2 Sachen, die wir schon gern noch sehen wollen, bevor es am Mittwoch zurück nach Deutschland geht.
In diesem Sinne – drückt uns die Daumen, dass der Wettergott doch gnädig mit uns ist.
Habe die Ehre
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