dann läuft’s!
Im Halbschlaf des gestrigen Abend saßen wir da und schauten, was der nächste Tag bringen könnte. Die Gleichung besteht aus den Variablen: Sehenswürdigkeit, Wetter, Weg dorthin und hauptsächlich unserem Bauchgefühl. Für heute sagte der Wetterbericht, dass es Grau wird und bleibt. Nachdem wir bislang vom Wettergott verwöhnt wurden, sollte heute also das klassische Islandwetter kommen.
Doch scheinbar gefallen wir besagtem Wettergott. Auf der Fahrt zum Rauðisandur tröpfelt es noch ein wenig und ich war recht sicher, dass meine Drohne einen Ruhetag haben wird. Gleichzeitig war der Beschluss gefasst, dass wir dann eben in den dicken wasserfesten Sachen einfach ein wenig wandern.

Das der Tag dann doch sehr sicher gut wird, habe ich recht früh beim Beginn der Wanderung gemerkt. Es ist so, dass kurz nach dem Parkplatz ein Trampelpfad startet. Man geht über ein paar Holzbretter, die mit viel Liebe Brücke genannt werden können. Nur um ein paar Meter später vor einem Flussbett zu stehen. Es ist nie sonderlich tief. Aber ich finde die Konstellation von fließendem Wasser und nassen Steinen einfach nicht sonderlich vertrauenserweckend. Doch heute… ja, heute war da kein Wasser.

Entsprechend gut gelaunt ging es weiter. Trotz der paar Tropfen war es relativ klar und man könnte hervorragend über das gesamte Areal schauen. Klippen, der orange-rote Strand, das satte Grün der Wiesen und natürlich der Ozean – einmal mehr bewegten wir uns in Postkarten-Motiven.

Falls jemand mal dorthin möchte oder es generell nachvollziehen mag – es sei gesagt, dass die Bilder aber hier nicht in chronologisch richtiger Reihenfolge des Tages kommen. Wir sind wirklich viel hin und her gelaufen. Gute 4km den Strand rauf und runter und haben dabei natürlich auch immer mal wieder ein paar Schritte zurück, zur Seite und nach vorn gemacht.
Als der Wettergott unsere Freude über diesen Tag sah, hat er sogar dem Regen eine Pause verordnet. Ich konnte dann also doch mit der Drohne fliegen. Neben schönen Fotos und Videos ist das fliegen mittlerweile auch unabhängig der Ergebnisse ein Hobby geworden und so freut es mich natürlich, wenn ich dieses Hobby in so einer Kulisse ausleben kann.
Aber genug der Worte, ich möchte euch ein paar Eindrücke der Gegend zeigen.



Meine Frau fragte mich gestern, wo ich denn gern ein Häuschen hätte. Dann, wenn alles andere egal wäre und man es sich einfach frei aussuchen könnte. Meine Antwort war der Rauðisandur und ich hoffe, man kann auf den Bildern erahnen, warum das so ist.
Wie der ein oder andere bereits weiß, neige ich dazu möglichst wortgewaltig Dinge auf ein Podest zu stellen, wenn sie mir gefallen. Der Rauðisandur ist dabei keine Ausnahme und ich könnte an dieser Stelle davon schreiben, wie es eine Herzensangelegenheit ist, dieses Fleckchen Erde zu genießen. Doch wisst ihr, es war heute einfach schön und… lassen wir es doch bei diesem schlichten aber deutlichem Satz.
Die Stunden vergingen wie im Flug (kleiner Drohnenwitz) und wir zauberten noch das ein oder andere Foto, welches es sicherlich mal in ein Fotoalbum oder einen Urlaubsfilm schaffen wird. Als Beispiel möchte ich euch dieses Kunstwerk zeigen, wo Licht und Wasser eine schöne Bühne für Reflektionen geboten haben.

Zusammenfassend hatte wir heute übrigens wirklich nur Regen, als wir zum Strand gefahren sind und vielleicht die ersten 15 Minuten vor Ort. Den Rest der Zeit war es trocken und hier und da kämpfte sich sogar ein Sonnenstrahl durch die Wolken.

Ach – ihr erinnert euch – gestern gab es in Zeitlupe den Dampf von löslichen Kaffee in Zeitlupe. Heute am Strand, was würde sich besser anbieten als Sand in Zeitlupe aufzunehmen?

Wie dem auch sei. Wir waren danach noch bei einem zweitem Strand. Nicht ganz so orange aber trotzdem auch sehr schön. Für Freunde der isländischen Namen: Barðastrandarsandur.

Auch hier lässt sich sagen: Schöne Natur, schönes Licht, es blieb trocken und vielleicht hat es das Bild schon verraten – es waren rundum tolle Bedingungen für meine Drohne und mich.

Das schöne bei so einem Strand ist – er ist für die meisten Leute wohl einfach zu uninteressant. Ich kann das auch niemanden verübeln. Island hat soviele faszinierende Flecken. Dieser Strand hat eben keinen zu steingewordenen Troll oder einen tösenden Wasserfall. Wenn man aber auf der Suche nach Ruhe ist und die Schönheit von Natur zu schätzen weiß, ist man hier goldrichtig.
Wir schlenderten mit diesem Gedanken noch ein wenig den Strand rauf und runter. Zum Nachmittag hatten wir dann noch den großartigen Gedanken, dass wir uns ein wenig Essen einkaufen könnten. Unsere Unterkunft hat schließlich sowohl einen Kühlschrank als auch einen Herd.
Als wir den Einkauf nach Hause brachten, trafen wir auch mal unsere Gastgeberin persönlich. Eine sehr nette Isländerin mit dem Namen Svanhvit. Der Name lässt sich etwa mit „Schwanenweiß“ übersetzen. Ist für uns Mitteleuropäer wohl eher ungewöhnlich aber eigentlich ist da viel Schönes an dem Namen. Jedenfalls hat uns Svanhvit dann noch einen kleinen Tipp für eine Wanderung gegeben.
Quasi hinter unserer Unterkunft wurde zum Lawinenschutz ein Zaun aufgebaut und weil man schon dabei war, hat man davor einen Weg gelegt. Wenn man diesen Weg geht, hat man einen wundervollen Blick über die Stadt und den Fjord.

Nun ist die Skyline eines (selbst für isländische Verhältnisse) abgelegen Dorfes mit knapp 700 Einwohnern genau so spektakulär, wie man es sich vorstellt. Aber hey – haben wir es mal gemacht und ehrlicherweise war sowohl der Spaziergang als auch dann die Aussicht wirklich schön.
Zum Tagesabschluss darf ich berichten, haben meine Kochkünste einen hellen Moment gehabt. Kartoffeln mit Lamm und ich sag es mal so – ich habe schon in manchen Restaurants schlechter gegessen und dafür deutlich mehr bezahlt.

Das Leben meint es weiter gut mit uns. Morgen steht wieder Regen im Wetterbericht und ich fürchte, wir werden nicht wieder soviel Glück haben wie heute. Ich glaube aber auch, dass wir trotzdem wieder das Beste aus dem Tag rausholen werden.
In diesem Sinne
Habe die Ehre
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