Das volle Programm
Mit dem gestrigen Cliffhanger und dem heutigen Blogtitel erahnt man vielleicht schon, was das Highlight des heutigen Tages war. Doch lasst mich den Tag wieder am Morgen beginnen.
Wir starteten relativ früh, da wir von Hvammstangi die 3,5h Fahrt nach Húsavik geplant hatten. Ein wenig Puffer, Pipipausen und relativ sicher kommt noch irgendwas, wo wir anhalten möchten. Mittlerweile sind wir Meister darin unsere Flexibilität minutiös und präzise zu planen.
Tatsächlich kamen wir sehr gut los und fuhren im leichten Nieselregen und gleichzeitigem Sonnenschein gen Osten. Zeitweilig waren wir dabei über / unter / neben / in Wolken. Manchmal auch alles gleichzeitig. Island ist und bleibt faszinierend. Nicht nur von der Landschaft, auch das Wetter weiß mit kleinen Phänomenen zu beeindrucken.
Jedenfalls erlaubte es unser guter Aufbruch, dass wir einen kleinen Abstecher wagen. Es ging (wie sollte es anders sein) zu einem Wasserfall.

Der gute Foss liegt auf einem Privatgrundstück und heute durfte man über das Auslaufgebiet der hiesigen Pferde zum Wasserfall gehen. Was aber eigentlich spannend ist: Neben dem Wasserfall ist eine heiße Quelle, in der man baden könnte. Das tun tatsächlich auch Menschen – vor allem diejenigen, die die Zeit dafür haben. Wir gehören leider nicht dazu. Das hinderte uns aber nicht daran hier doch einen Moment zu verweilen und die ganzen Kaskaden des Wassers zu bestaunen.

Eine ehemalige Kollegin von mir schrieb mir neulich auf ein Bild von einem Wasserfall „fosszinierend“ und ich bin einerseits sehr amüsiert, andererseits frage ich mich, warum ich noch nie selbst auf dieses Wortspiel gekommen bin. Nachdem Foss hier Wasserfall heißt, gibt es seitdem sogar ernsthaft die Überlegung damit T-Shirts zu bedrucken…Lasst uns ein anderes mal über Geschäftsideen sprechen.
Unser Weg ging weiter gen Akureyri. Wir stoppten allerdings nochmal an einem Rastplatz mitten in den kleinen Bergen und Schluchten. Ich bin geneigt den Orten einen Namen zu geben aber dieser hatte einfach keinen auffindbaren. Da ich aber vermutlich besser isländisch spreche, als die meisten von euch, behaupte ich jetzt einfach, dass dies der Ort Bílastæði heißt und theoretisch stimmt das sogar. Praktisch bedeutet das einfach nur Parkplatz aber das muss ja keiner wissen. Schön war es dort so oder so – zumal ich die Gelegenheit hatte mit der Drohne ein paar Runden zu drehen.

Kommen wir zur Sache. Liebe Frauenwelt, ihr kennt sicherlich dieses Klischee, das Männer in Uniform so ein kleines bisschen mehr sexy sind. Ich hatte einen Lifeguard Overall an… kann es noch erotischer werden? Ich denke nicht

Um nun die Scharen von Frauen an der Ohnmacht zu hindern, fuhr man mit mir lieber auf die offene See. Vielleicht hatte es auch etwas damit zu tun, dass wir eine Tour zur Walbeobachtung gebucht hatten.

Bei bestem Wetter und noch besserer Laune ging es in die „Shakey Bay“ vor Húsavik. Es dauert auch nicht lange und wir sehen den ersten „Blow“.

Wir hatten das große Glück, dass wir einen Buckelwal sehen durften. Wobei so genau weiß ich gar nicht, ob es jetzt einer war, der mehrmals auftauchte oder einfach mehrere die abwechselnd auftauchten. So oder so – man ertappt sich dabei, wie man gebannt aufs Wasser starrt und jede Welle hinterfragt. Ein schwer in Worte zu fassendes Erlebnis.

Wenn man sowas bucht, fragt man sich, ob man wirklich ein paar Stunden auf dem Wasser bleiben will. Selbst 3h in so einer Bucht lesen sich auf dem Papier vorab vielleicht so, als wäre das viel. Tatsache ist, man verliert irgendwann jedes Gefühl für Zeit und hofft einfach nur, dass man noch einen Blick auf diese faszinierenden Tiere werfen kann.
Wenn so ein Wal abtaucht, sieht man die weltberühmte Schwanzflosse gen Himmel ragen und bei mir zumindest kam da sehr deutlich das Gefühl hoch, dass ich dankbar sein kann, so ein tolles Erlebnis mein Eigen nennen zu dürfen. Ich war völlig geflasht.

Nach gut 3 Stunden endete unsere Tour und wir fuhren zu unserer Unterkunft nach Akureyri zurück Hier werden wir jetzt ein paar Tage bleiben. Ich darf verraten, dass es auch weiterhin nicht langweilig werden wird.
Für heute ist aber der Punkt erreicht, wo mein Kopf sagt, dass es reicht. Schlaf muss her und ein wenig Zeit, die Eindrücke zu verarbeiten. Morgen wartet wohl dennoch ein vollgepackter Tag. Wo ich diese Zeilen schreibe, weiß ich aber selbst noch nicht, was mich erwartet. Es kann also nur gut werden.
In diesem Sinne
Habe die Ehre
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