Farewell
Wie die Zeit vergeht, wenn man Spaß hat. Wieder sind zwei Wochen wie im Flug vergangen. Auf der Fahrt zum Flughafen haben wir versucht zu rekapitulieren, was wir erlebt haben. Dabei gab es sogar noch den Anspruch, es in chronologisch richtiger Reihenfolge aufzuzählen. Wir haben nicht mal Tag 1 erfolgreich zusammengekriegt. Es ist so unfassbar viel passiert. Es war so unbeschreiblich schön. Es ist nun leider der Zeitpunkt erreicht, wo wir uns von Island verabschieden müssen.
Morgen, wenn große Teile Deutschlands noch schlummern, stehen wir in Keflavik am Flughafen und werden uns von Island verabschieden. Wir sind bereits im Flughafenhotel. Der Mietwagen ist schon abgegeben und unsere Koffer sind bereits eingecheckt. Auf dem Handy sehe ich unsere Boardingpässe und so geht es dann zum unvermeidlich letztem Kapitel einer Reise – dem Rückflug.
Wie immer gibt es auch dieses mal das lachende- und das weinende Auge. Denn so schön es hier ist, zuhause warten unsere Kater, Familie und Freunde. Wir haben hier sehr viel Energie tanken können und den Kopf wieder justiert. Island meinte es gut mit uns und allein dafür darf man wohl dankbar sein. Das wir dazu spektakuläre Erinnerungen sammeln durften, ist schon ein sehr deutliches Privileg.
Selbst am letzten Tag, wo das Wetter in Dauerregen, Graupel, Nebel und durchgehendem Grau den Versuch startete, uns den Urlaub madig zu machen, haben wir wieder viel erlebt.
Nach dem Auschecken aus dem Hotel sind wir zu Hjörleifshöfði gefahren. Das ist ein Berg hier im Süden der Insel. Der Berg beheimatet auch ein Höhle und ansonsten gibt es hier kilometerweit… nichts.
Da wir einmal mehr allein hier waren, nutzen wir die Gelegenheit und haben ein neues Spiel erfunden. In der Höhle tropft das Wasser durch die Decke. Das passiert an zig Stellen und Ziel war es, dass man die fallenden Wassertropfen wegklatscht.

Sieht man bei dem Spiel ein wenig dumm aus? Vielleicht. Kriegt man eine Genickstarre? Auf jeden Fall! Macht es trotzdem Spaß? Aber hallo!
Außerdem haben wir eine kleine Steinpyramide in der Höhle gebaut. Meine Hoffnung ist ja, dass demnächst in der Ecke ein Vulkan ausbricht und diese Steinpyramide konserviert. Dann, in so 3.000 Jahren, werden Wissenschaftler die Höhle entdecken und darüber rätseln, was mit dieser Pyramide bezweckt wurde. Man kann durchaus sagen, dass wir heute zukünftige historische Rätsel geschaffen haben.
Jedenfalls ging es für uns dann zurück nach Vik. Da das Wetter nun wirklich nicht sonderlich einladend war, haben wir etwas gesucht, wo man uns einen warmen Empfang bereitet. Ich gebe zu, die Anspielung ist wirklich plump gewählt aber ja, wir waren dann bei der Lavashow.
Da waren wir bereits im Mai aber ich muss sagen, dass sie mich auch heute wieder restlos überzeugt hat. Es ist informativ, kurzweilig und man sieht Lava. Klar, die wird künstlich hergestellt – faszinierend ist das trotzdem.

Wir hatten das Glück, dass die Show nicht ausgebucht war und der Raum nur zur Hälfte gefüllt war. Unser Lavaguide war dazu gut drauf und spielte sehr viel mit der Lava umher. Es gab eine Lavablase, einen kleinen Lavavorhang, Lavafäden in der Luft…. es war schon sehr beeindruckend und natürlich sehr heiß. Falls ihr mal in er Ecke seid – ich kann die Show nur empfehlen.
Dann sollte es so langsam Richtung Flughafen gehen. Den einzigen Zwischenstopp legten wir beim Skógafoss ein. Einfach, weil meine Frau den Wasserfall gern mag und ich jetzt auch nicht völlig traurig darüber bin, eine gewaltige Naturschönheit noch mal live zu sehen.

Es folgten zwei Stunden Fahrt mit mehr Aquaplaning, als mir lieb war. Wie das dann so ist, man tankt den Mietwagen noch mal voll, ist doll aufgeregt bei der Abgabe und letztlich wird einem dann doch nur ein schöner Tag gewünscht und man geht seiner Wege.
Jetzt sitze ich ein letztes mal vor dem Laptop und schreibe ein Reisetagebuch-Eintrag für diesen Urlaub. Ich muss sagen, dass diese Form des Erinnerungsschaffens schon sehr speziell ist. Einerseits hat es sich zu einem festen Bestandteil eines jeden Urlaubstages entwickelt, andererseits ist genau das manchmal echt ein Fluch. Wenn man 14h unterwegs war und den Gedanken hat „ich sollte aber noch was schreiben…“ kann das schon ganz schöne Konflikte in einem auslösen.
Letztlich bin ich jedoch dankbar, dass ich mich jeden Abend doch noch dazu durchgerungen habe. Es wird sicherlich ein Moment in der Zukunft kommen, wo mich das Fernweh packt und ich einen zufälligen Beitrag aufmache und mich dann für ein paar Minuten in die wunderbare Welt Islands zurückdenken kann.
Wenn ich den Statistiken von WordPress glauben soll, lesen das hier womöglich zwischen 5 und 20 Leuten. Man sagt mir ja gern mal nach, dass ich ganz passabel reden kann – ob das fürs Schreiben auch gilt, wage ich immer dann zu bezweifeln, wenn ich am nächsten Morgen sehe, wie viele Rechtschreibfehler ich eingebaut habe. Aber im Ernst – habt vielen Dank fürs Lesen. Ich hoffe, ich konnte euch ein bisschen mitnehmen 🙂
In diesem Sinne
Bis zum nächsten Urlaub
Habe die Ehre
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