Du hast dein Ziel erreicht

Von Maps und anderen Erlebnissen

Wir schreiben Samstag, den 12. August 2023 und es ist dann tatsächlich passiert. Wir sind tatsächlich wieder in Island. Verrückt oder? Wisst ihr was aber noch viel verrückter ist? Ich habe im Flugzeug geschlafen. Einfach so – Augen zu und ratzepuh. Es war wild und der Tag sollte noch mehr bieten, was sich später als Erinnerung lohnt.

Doch von vorn – denn die Anreise selbst war schon sehr ästhetisch. Da war zum Beispiel der Sonnenaufgang als Ruhepol in einem sonst unruhigen Ameisenhaufe namens Flughafen.

BEReit zum Abflug

Beim Flug fielen mir die Augen zu. Als sie wieder aufgingen, war die Sonne auch sehr präsent, allerdings aus einer anderen Perspektive. Lasst euch beim nächsten Bild auch nicht von den Wolken täuschen. Wir hatten auf einmal klaren Blick, soweit das Auge reichen wollte. Wir sahen aus der Vogelperspektive Flüsse, Städte und natürlich die Gletscher. Es ging gut los.

Werbefotos über Island

Der erste Stopp in Island sollte dann die Brücke werden, welche die beiden Kontinentalplatten verbindet. Aber wisst ihr, dass ist eine Brücke und die ist so architektonisch und visuell eher die trockene Stulle unter den Sterne-Abendessen. Man nimmt sie halt mit, weil sie da ist.

Uns hat viel mehr gefallen, was drum herum so passiert. Da gibt es dann nämlich kleine Dünen aus schwarzem Sand. Bizarre Steinformationen, die sich teilweise als Wände durchs Gelände schlingeln, sorgen dazu für weitere vielfältige Fotomotive.

Ja, das ist eine lässige Pose

Aber ihr habt natürlich recht, wenn ihr nun verwundert denkt: „Da fährt der Typ zu einer Brücke und zeigt sie nicht mal“. Ich wäre ja nicht ich, wenn ich nicht auch für dieses Problem eine Lösung hätte. Hier – die Brücke im vorbeilaufen.

Und? Ist wirklich nicht so spannend, oder?

Ein offensichtliches Fazit des ersten Tages ist auch, dass die Welt eine bessere ist, wenn meine Frau dabei ist. Es entstehen deutlich mehr und auch bessere Bilder. Ein Beispiel dafür liefert unser nächster Ausflug zum Gunnuhver. Das ist im Grunde ein 20m² großes kochendes Schlammloch.

Mal ehrlich – als ich von einem großen Schlammloch sprach, habt ihr nicht sowas episches erwartet, oder? Meine Frau hat es einfach drauf. Und nur manchmal verwirrt sie mich dann mit willkürlichen Bildern.

Beim sortieren fand ich nun auch dieses Bild einer Fliege und ihrer Reflektion. Ich bin noch nicht sicher, was wir mit dem Bild machen. Aber zumindest findet es damit schon mal den Weg in den Blog.

Bsssst…. Bsssssst!

Wenn ich jetzt Brimketill schreibe, könnte man meinen, dass meine Frau nicht nur willkürliche Bilder erzeugt sondern auch begabt in Sachen Wortkreationen ist. Tatsache ist Brimketill aber ein Formation aus Lavastein, die an einen Pool erinnert und ganz nebenbei unser nächstes Ziel ist.

Splashzone ist überall

Die alten Bloghasen wissen, ich liebe es, wenn der Ozean gegen die Klippen kämpft. Und hier war richtig Action geboten. Alle paar Sekunde knallte es und das Wasser schoss meterhoch in die Luft. Ich konnte mich kaum sattsehen.

Throw your water in the air, like you just don’t care

Das dabei solche Fotos entstehen, nehme ich natürlich auch dankend mit. Ganz zu schweigen davon, dass es nun Dank meiner Gattin auch diverse Aufnahmen von dm Wasser-Stein Konflikt in Zeitlupe gibt. Das ist schon cool anzusehen.

Vielleicht nicht ganz so spektakulär aber auch sehr interessant, war unsere Tour um die Mini-Halbinsel Hópsnes. Hier liegen diverse Schiffwracks rum, ein paar zu Ruinen verfallene Häuser tummeln sich in der Landschaft und zu guter Letzt, gibt es natürlich einen Leuchtturm.

Ich vorm Windows-Hintergrund

Im Grunde liegt dieser Ort direkt an einer Hauptverkehrsader der Region. Wenn man am Leuchtturm steht, sieht man dennoch nur mal 2-3 Kiddies auf ihren Fahrrädern vorbeifahren oder jemanden mit Hund bei seiner Gassirunde. Die großen Tourimengen sucht man hier vergebens und so kann dann auch der Entdeckergeist ein wenig erwachen.

Und es braucht diesesn Geist. Spätestens dann, wenn man mal eine eher rustikale Straße fahren muss. Ach, was hab ich es vermisst. Strecken aus Schotter und Schlaglöchern. Der Weg zu den Krísuvíkurberg Klippen ist genau so. Und ich hätte den Weg auch gern genau so genossen, wie ich die Klippen genossen habe.

Grüße ans Teleobjektiv

Doch ehrlicherweise, war Google Maps heute so eigenartig. Immerzu dieser passiv-aggressive Unterton. Immer wieder dieses Sticheln. „Du hast dein Ziel erreicht?!“ Ich mein, sie klang wirklich so, als wäre sie überrascht, dass mir sowas gelingen könnte und ich fand das nicht in Ordnung. Zugegeben, ich brauche sie hier mehr, als sie mich. Trotzdem – ich hoffe morgen hat sie mehr Respekt vor mir. Diese Verwunderung, dass ich Ziele erreiche, kann sie sich echt sparen.

Wie dem auch sei. Für uns ging es weiter in ein geothermal Gebiet. Namentlich befanden wir uns im Seltún. Es stinkt hier teilweise wirklich fürchterlich nach Schwefel aber immerhin ist es schön warm.

Stinkende Steine

Man ist in einer guten Stunde bequem durch das ganze Gebiet getapert. Haben wir uns gegönnt und sind dann zum letzten Ziel des heutigen Tages. Nämlich dem Hraunfossar.

Aus den Wänden

Hier tat sich mir das Rätsel auf, wie auf einem Parkplatz 20-30 Autos stehen, aber die Aussichtsplattform komplett leer ist. Ich beschwere mich nicht aber ich weiß wirklich nicht, wo alle waren. Es gab uns immerhin die Ruhe und den Platz ein paar schöne Aufnahmen zu machen.

Gleich nebenan gibt es dann noch den Barnafoss. Ein rauschender Fluss, der mit viel Getöse immer mal wieder ein paar Meter fällt.

Im Grünen Bereich

Auch hier reichte eine Hand, um zu zählen, wie viele Menschen wir hier insgeamt antrafen.

Ja, und das alles bei schönstem Wetter. Knapp unter 20°C sorgten dafür, dass ich hier bereits mit einem leichten Sonnenbrand sitze. Der Wind ist typisch isländisch vorhanden. Bislang muss man jedoch sagen, ist das hier alles wie für uns gemalt.

Morgen erwarten uns große Dinge. Aber jetzt muss ich erstmal schlafen. Ich habe mir so fest vorgenommen, dass ich wieder ein Tagebuch schreibe, dass ich fast den Zauber vergssen hätte, den es bringt, wenn man völlig übermüdet versucht Buchstaben und Wörter sinnstiftend zu verbinden.

Ich kann nicht versprechen, dass das morgen besser wird 😉

In diesem Sinne

Habe die Ehre
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2 Antworten zu „Du hast dein Ziel erreicht”.
  1. Avatar von haraldboettger

    „Ach, was hab ich es vermisst. Strecken aus Schotter und Schlaglöchern.“ Dann fahr doch nach Brandenburg 😂 Aber sehr schön geschrieben und feine Bilder. Das mit dir klein im Bild vor irgendwas könnte ne schöne Serie werden. Hab ich so ähnlich mal mit Sara und auch Denise gemacht.

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    1. Avatar von mydailybadluck

      Brandenburg hat halt nicht so viele Wasserfälle 😉

      Wegen der Fotoreihe… wir sind da glaub ich eher im blinden Eifer hier alles möglichst schön festzuhalten. Ob ich da dann wirklich auf einem Bild drauf sein muss, ist wohl diskutabel 😉

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