Urlaub ist die neue Arbeit
Lasst mich euch in eine Szenerie mitnehmen, die mir so in den letzten Jahren immer wieder passiert ist.
Wir sind auf Arbeit. Ich schaue auf mein Überstundenkonto. Mein Überstundenkonto schaut regungslos zurück. Angespannt sitze ich da, während eine Schweißperle über meine Stirn läuft. Aus dem Off höre ich meinen Arbeitgeber „Überstunden sind zeitnah abzubauen“ rufen. Gleichzeitig murmelt der Kalender sowas wie „…es ist schon Dezember… aber du machst das schon“. Und dann… mache ich nichts. Vielleicht gammle ich ein paar Tage um Weihnachten aber so richtig, mache ich eben exakt nichts aus dieser Situation. Bis jetzt.

Denn dieses Jahr hatte ich die glorreiche Eingebung, dass das Problem um den Überstundenabbau im Dezember sich doch drastisch entspannt, wenn man es schon im Mai angeht. Ja, ich weiß – smart.
Mein größtes Problem der letzten Tage war die Frage, was macht man eigentlich mit der Zeit. Meine Frau hat nicht so viele Überstunden. Es läuft daher auf eine Aktivität allein hinaus. Zum Ausgleich ist Urlaub natürlich dann immer nett aber… wohin will ich eigentlich?
Mein Neid gilt allen Menschen, die eine konkrete Wunschliste haben und diese stumpf nutzen und damit glücklich sind. Ich bin dagegen auf der Suche nach dem Optimum und das ist ein Problem. Sobald es ein „Aber…“ gibt, stellt mein Kopf sich gern quer und es braucht eine neue Option. Wisst ihr, es gibt so ziemlich überall ein „Aber“, wenn man so detailversessen Urlaub plant, wie ich.
Doch, ich darf hier und jetzt berichten: Ich habe den Kampf gegen meinen Kopf gewonnen. Ich konnte mich davon überzeugen, dass eine 100%-Lösung immer schön ist, aber nicht realistisch. Und wenn man sich mit 80% zufrieden gibt, ist man womöglich einfach auch mal ein Problem los, welches sonst noch Ewigkeiten Kraft raubt. Und wer sagt, dass am Ende vor Ort nicht doch wieder 100% draus werden? Bislang wurde doch jeder Urlaub schön.
Mit diesem neuem Geist saß ich dann noch mal vor den einschlägigen Hotelwebsites und schaute durch Mitteleuropa. Wo findet sich der Spagat zwischen Erholung und Abenteuer? Wo komme ich halbwegs okay hin und was treibt mich finanziell nicht in den Ruin? Joa – Österreich ist nett. Weit weg mit dem Auto, aber nett.

Ich fand ein Hotel in Tirol, welches täglich wechselnde 4-Gänge Menüs anbietet und daneben touristisch ganz hervorragend liegt. Es gibt Berge (offensichtlich), es gibt Seen, es gibt Wanderwege und für schlechtes Wetter auch W-Lan. Was will ich mehr? Im schlimmsten Fall nehme ich meinen Laptop mit, sitz an der Hotelbar, schau auf die Berge während ich Cocktails trinke und World of Warcraft spiele. Im besten Fall verlaufe ich mich in den Bergen. Es kann also nur gut werden.
Und das Beste? In knapp zwei Wochen geht es schon los! Ja, verrückt, oder? Da ist man kaum aus Norwegen zurück und Schwupps gibt es den nächsten Urlaub. Hat sich jetzt durch unsere Island-Planung nicht anders sinnvoll machen lassen. Offensichtlich bin ich aber auch nicht böse darüber, diese Gelegenheit so schnell zu bekommen.
Selbstredend gibt es dann auch ein Reisetagebuch. Zumindest werde ich es versuchen. Sollte ich wirklich in der Hotelbar landen, werden die Einträge womöglich zur Abwechslung mal sehr kurz. Aber ich freue mich drauf.
In diesem Sinne
Wir lesen uns in knapp zwei Wochen wieder
Habe die Ehre
X

Hinterlasse eine Antwort zu m.mama Antwort abbrechen