Entspannung oder so

Jedem das Seine

Gestern Abend donnerte es schon recht ordentlich hinter den Bergen. Unter so ziemlich jedem Wetterbericht standen irgendwelche rote Warnmeldungen und ich war schlussendlich guter Dinge, dass der heutige Tag ein sehr ruhiger wird.

Gegen 7.30 Uhr bin ich aufgestanden und etwas schlaftrunken zum Frühstück getorkelt. Ein bisschen Käse und Rührei später, war ich gut gesättigt und torkelte immer noch etwas müde zurück ins Zimmer. Eine gewagte Idee schoss mir durch den Kopf. „Ich könnte mich noch mal eine Stunde aufs Ohr hauen“.

Gesagt – getan!

Es wurden dann sogar zwei Stunden. Kurz nach 10 Uhr lag ich im Bett und zelebrierte den Urlaub, wie ihn wohl die breite Masse gerne hat. Ich hatte auch ein wenig Mühe überhaupt aus dem Bett zu kommen.

Es verging noch eine Weile, in der ich durch das Internet scrollte und gepflegt rein gar nichts tat. Eine gute Zeit. Irgendwann fiel mir dann auf, dass ich von draußen gar kein Plätschern des Regens höre. Der Blick nach Draußen verriet – das liegt daran, weil es nicht regnet.

Na gut, wenn das Wetter es gut mit mir meint, könnte ich vielleicht doch noch was aus dem Tag machen. Allerdings, so dachte ich, könnte das Wetter auch immer wieder schnell kippen. Ich entschloss mich daher, dass ich den Ort erkunden könnte. So hätte ich immer die Chance relativ schnell wieder zurück ins Hotel zu kommen.

bewölkt und hübsch

Im Ort hatte ich dann viel Spaß daran, die lokalen Besonderheiten zu bestaunen. Sei das ein Seifen-Geschäft oder eine Einhorn Statue, von der ich vor Ort nur erfuhr, dass das Casino es scheinbar gespendet hat. Joa… andere haben Dichter und Denker – Seefeld eben ein Einhorn.

Einhorn vorm Casino

Klassisch gibt es hier natürlich auch sowas wie einen alten Marktplatz und eine passende Kirche. Auch das im regionalen Charme und sehr hübsch anzusehen.

Die überdachte Maria

Da das Wetter weiter stabil blieb, beschloss ich kurzerhand die Tour noch etwas zu verlängern. Unweit von der Innenstadt befindet sich der Wildsee. Der ist nicht sonderlich groß und man kann drum rumlaufen. Meine Wanderlust und meine Sorge vorm Wetter waren beide mit der Idee sehr glücklich.

Der See selbst ist richtig klar und man kann einiges an Tieren sehen. Da wären beispielsweise Fische.

Fischis!

Zu meiner großen Freude zählten aber auch Hunde zur hiesigen Artenvielfalt.

Seehunde

Dann gab es noch unzählige Enten und einen ziemlich großen hölzernen Frosch.

Nak Naks und Quaaark

Das war eine sehr kurzweilige Runde und ich freute mich, dass kurz vorm Ende dann sogar noch ein kleiner Steg mit Sitzgelegenheit kam. Ich verweilte dort ein bisschen und schaute zu, wie die Berge ringsum die Wolken in alle Richtungen lenkten.

Ich am See

Generell muss ich auch sagen, bietet dieser kleine See sehr viele Fotomotive. Vermutlich hätte besseres Wetter noch geholfen. Gleichzeitig denke ich mir, dass das wahrscheinlich dann auch noch mehr Menschen angezogen hätte. Schnappschüsse wie den, der leeren Bank, hätten dann nicht geklappt.

Die leere Bank

In Summe bin ich gute fünf Kilometer spazieren gegangen und war damit sehr zufrieden. Zumal ich auf dem Weg eine meiner Lieblings-Urlaubsaktivitäten einleiten konnte: Postkarten schreiben!

Whoop Whoop!

Ja, ich weiß. „Wer schreibt denn noch Postkarten?“. Ich tue das! Und zwar aus Überzeugung und wirklich gern. Zugegeben, inhaltlich ist das manchmal recht… fragwürdig, was aus meiner Feder kommt. Aber ich glaube, wirklich jeder freut sich für ein paar Momente, wenn er einen kleinen Gruß aus der Ferne im Briefkasten hat. Und ich mag den Gedanken, diesen Moment immer wieder in der Welt zu verteilen.

Außerdem nimmt so eine Schreibeaktion auch ganz bequem 1-2 Stunden von der Uhr. Ist an einem regenreichen Tag damit also auch was gutes.

Wobei – so richtig geregnet hat es dann immer noch nicht. Hier und da kam ein wenig Nieselregen. Das große Unwetter zog aber augenscheinlich an mir vorbei. Ich beschwere mich nicht. Doch dachte ich so bei mir – dann könnte ich doch noch ein wenig mehr aus dem Tag machen.

Entschlossen meinen Muskelkater zu ignorieren, fand ich einen Wanderweg, der mich in gut einer Stunde zur Bodenalm bringen sollte. Bislang habe ich durchweg gute Erfahrungen mit den Almen hier gemacht. Also – auf geht’s!

Der Wanderweg startet passenderweise direkt neben meinem Hotel. Man geht entlang von ein paar Häusern und findet dann als erstes Ponys.

Mini Hottehüs!

Der Weg danach könnte problemlos in jedes Tourismusprospekt gesteckt werden.

Malerisch

Als ich dort entlang ging, schoss mir der Gedanke durch den Kopf, dass ich heute im Grunde nichts geplant hatte und selbst damit glücklich gewesen wäre. Doch nun war ich hier. Die Berge, die Wiese… vielleicht kriegt mein Körper nicht die geplante Entspannung. Doch mein sonst sehr unruhiges Gedankenkarussell stand quasi still und in meinem Kopf war es ruhig. Ein schönes Gefühl.

Die visuellen Leckerbissen hörten nicht auf. An einem Ort, der scheinbar Geigenbühel heißt, fand ich diesen kleinen Rastplatz. Und ja, ihr seht wirklich ein wenig blauen Himmel.

Leere Bank auf dem Berg

Danach führte mich der Weg in eine eher waldige Gegend. Mir gefällt hier besonders gut, dass Österreich (ähnlich wie Bayern) sehr wasserreich ist. Überall fließt etwas oder rauscht vor sich hin.

Mini Wasserfall

Meistens bedienen diese Flecken Erde keine Superlative. Die Wasserfälle sind nicht hoch, die Stromschnellen strahlen keine Gefahr aus. Man geht vorbei und freut sich drüber. Nicht mehr, nicht weniger.

Irgendwann kam ich dann auch bei der Alm an. Zumindest kurz davor. Denn den direkten Weg zur Alm versperrte ein Rudel Kühe, welches zwischen zwei Zäunen stand. Blöderweise aber der Seite vom Zaun, auf der auch ich stand.

Man darf sich die Szene so vorstellen, dass ich an einer Wiese stand. Neben mir ein Schild, was sinngemäß sagte „Halte lieber mehr Abstand von den Kühen“. Und dann mit etwas Abstand, standen dann eben diverse Kühe und überlegten genauso angespannt wie ich, wie diese Situation nun weitergehen sollte.

Wir, also Kühe und ich blieben stumpf stehen. Ein wenig hat es mich doch geknickt, dass ich die gleiche Menge an Lösungsvorschlägen hatte, wie die Kühe- aber nun gut. Am Ende wurde unser Patt von ein paar Fahrradfahrern aufgelöst, die recht uninspiriert klingelnd die Kühe verscheuchten. Einerseits führte dies dazu, dass ich nun zur Alm gehen konnte, andererseits hatten die paar Kühe, die hinterm Zaun standen, nun augenscheinlich eine sehr konkrete Meinung zu Menschen und muhten mich inbrünstig an.

Man beachte die Dame rechts

Da die Abendessen in meinem Hotel bislang immer ganz wunderbar waren, gab es letztlich wenig Grund dann in der Alm einzukehren. Ich beschloss daher nur noch ein Beweisfoto für meine Anwesenheit zu machen und machte mich frohen Mutes auf den Rückweg.

Muh-chas Gras-cias

Und auch heute Abend sollte mich das Abendessen nicht enttäuschen. Kochen können die ja hier. Ich hatte bei der Ankündigung von 4-Gänge Menüs irgendwas erwartet, was schnell und leicht vorzubereiten ist. Vielleicht sogar „Fertigware“ doch bislang… es ist ein Gedicht und zwar jeder einzelne Gang.

Dafür, dass ich im Grunde heute nichts machen wollte, ist der Tag doch noch ganz gut gefüllt worden. Meine Beine melden sich auch bereits, dass die Wege morgen gern kürzer werden dürfen. Allerdings fürchte ich, dass ich da andere Pläne habe.

Denn morgen soll das Wetter wohl ganz gut werden und ich bin geneigt, das zu nutzen. Vielleicht findet sich eine schöne Seilbahn. Vielleicht ein toller Wanderweg. So oder so – Tirol hat sicher noch eine Menge mit mir vor und ich bin gespannt, was ich dann berichten darf.

In diesem Sinne

Habe die Ehre
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2 Antworten zu „Entspannung oder so“
  1. Avatar von haraldboettger

    Hast du meine neue Adresse? Will auch ne Postkarte 😂🥳🙏🏼

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    1. Avatar von mydailybadluck

      Haha, nein – bislang nicht 😉 Schick mir gern mal 😉

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