Finnland, Japan, Kanada…
Alle Jahre wieder möchte man sagen. Da saßen wir nun, die Urlaubsplanung, meine Frau und ich. „Island geht immer“ wusste mein Frau das Gespräch zu beginnen und sie hat natürlich Recht. Wie sollte es auch anders sein. Per Impuls erwiderte ich, dass Island aber auch mittlerweile eine Komfortzone ist und die Welt per se noch viel mehr zu bieten hätte. Stille im Raum…
Na gut, dann befassen wir uns also mal mit der Frage, was es sonst noch geben könnte. Da wäre zum Beispiel Norwegen. Wunderschön aber gefühlt für den Gedanken der neuerlichen Welterkundung auch irgendwie geschummelt. Schließlich waren wir jetzt auch schon zweimal dort und Hand aufs Herz – Norwegen ist im Grunde nur Island mit anderem Dialekt.
Also vielleicht… Finnland? Joa… also… was wissen wir von Finnland? Es ist irgendwie da oben und vermutlich still und viel Natur. Klingt erstmal nicht verkehrt. Aber Liebe auf den ersten Blick fühlt sich auch anders an. Dann doch lieber Kanada… oder Japan… vielleicht? Erneut Stille im Raum.
Da waren wir also. Die Bewohner vom „Land der unbekannten Urlaubsmöglichkeiten“. Einen Abend hat man dann mal eine Route durch Kanada basteln wollen. Einen anderen Abend googlte man sich durch mögliche Sehenswürdigkeiten Finnlands. Meine japanische Arbeitskollegin durfte mir auch noch Insider zu ihrem Land präsentieren und am Ende… wussten wir immer noch nicht, wohin wir wollen.
Mich nervte dieser Zustand immer mehr. Denn ich wollte auch langsam dieses Momentum haben, wo ich mich auf einen Urlaub freue. Während der Arbeit kam mir dann der Gedanke, dass man ja vielleicht auch einfach erstmal eine Woche Island plant, um dann einen besseren Orientierungspunkt für andere Urlaube zu haben. Und natürlich bedient es ganz hervorragend den ersehnten und angesprochenen Punkt der Vorfreude. So eine Woche in den Westfjorden wären doch schön, oder nicht? Also die Idee taufrisch meiner Frau präsentiert und die Bitte addiert, sie soll mal drüber nachdenken.
Wir spulen ein paar Stunden vor. Es ist der gleiche Tag, aber nun bereits am Abend. Ich sitze auf dem Fußboden, meine Frau am Schreibtisch und wir beide zeigen Anzeichen von Leuchten in den Augen. Was war passiert? Das Gespräch artete ein wenig aus. Zu dem Gedanken „…ein paar Tage Westfjorde?“ gesellten sich Sätze wie „Oh, und dann müssten wir noch den Wasserfall dort in den Ostfjorden mitnehmen…“ und „weißt du, wir waren noch nie wirklich in Hólmavik“. Sätze, wie man sie eben manchmal zu seinem Ehepartner sagt. Zur Wahrheit gehört auch, dass wir ohne jegliche Hilfe von Kartenmaterial relativ unbekümmert und problemlos direkt festhalten konnte, wo genau wollen wir eigentlich lang fahren und dann sein. Es ist fast so, als wären wir schon mal auf Island gewesen…
Zwei Stunden später konnte ich dann einerseits sagen: Ja, es gibt noch Flüge für uns und andererseits gab es auch die Erkenntnis, dass es auch noch passende Unterkünfte für unseren Plan geben würde. Jetzt muss nur noch der Chef meiner Frau grünes Licht geben und der Grundstein für einen erneuten Reisetagebuch-Blog ist gelegt.
Und wisst ihr – es ist beinahe ein bisschen doof. Wir haben hier wirklich viel Energie mit der Frage verbraucht, was wir statt Island machen. Nur um jetzt festzustellen, dass wir eigentlich doch wieder sehr gerne dorthin wollen. Meine Frau hat es dann sehr gut mit erleichterter Stimme gesagt: Andere fliegen jedes Jahr nach Mallorca oder Italien. Wir haben Island.
Ich bin sehr geneigt mir auch in diesem Jahr wieder eine ToDo-Liste zum Urlaub zu machen. Das hat im letzten Jahr ehrlicherweise viel Spaß bereitet und dem ganzen noch mehr gegeben. Außerdem kann ich jetzt schon mal spoilern, dass ich zu Weihnachten ein neues Objektiv bekam und es meine Motivation für Fotografie durchaus angekurbelt hat. Insgesamt entstand mit dem neuerlich Entschluss zu Island einfach irre viel Vorfreude und ich hoffe, dass ich sie auch in diesem Jahr wieder gut hier in Texte bannen kann. Begleitet mich also auch dieses mal gern, wenn es wieder heißt: Von zu Hause, nach Hause. Island, wir kommen.
In diesem Sinne
Habe die Ehre
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Update: Beim Publizieren dieses Beitrags sagte meine Frau „Urlaub ist genehmigt“ WHOOP WHOOP!!!

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