Time to say…

Pfiat di

Gestern Abend konnte ich auch ohne Wetter-App schon recht glaubhaft versichern: Das scheppert hier noch. Für heute war dann ab früh-morgens Gewitter angesagt. Immer schön im Wechsel mit „nur“ Regen. Und ich, als unerfahrener Solo-Urlauber war jetzt nicht so begeistert davon, dass ich den letzten Tag hier wertbefreit rumsitze. Klar, Entschleunigung ist cool aber doch bitte mit ein wenig Aktivitäten dazu. So stand gestern kurz mal die Frage im Raum: Fahr ich einen Tag früher nach Hause?

Als ich heute früh aus dem Fenster blickte, war da kein Gewitter. Natürlich nicht. Seit wann könnte auch irgendwer das Wetter vorhersagen? Also die Wanderschuhe angezogen und los ging es.

Die heutige Tour sollte etwas entspannter ausfallen. Morgen wird ein langer Tag auf der Autobahn und ich muss noch packen und eins zwei Dinge vorbereiten (Brote für die Fahrt, tanken… ihr seid schon mal verreist, ihr kennt das).

Es ging zu meinem Lieblingssee – dem Ferchensee. Der Weg zum Ferchensee führt uns vom Fuße des Kranzbergs über den Lautersee. In Mittenwald angekommen, hatte ich dann doch noch mal Zweifel daran, ob das Wetter für die Wanderung hält. Denn auch wenn der Weg entspannt ist, er hat am Ende trotzdem seine 6-7km und man wird immer flankiert vom Wettersteingebirge. Wer mal ein Gewitter in den Bergen erlebt hat weiß, dass das recht schnell eine entspannte Tour ins Gegenteil kippen lässt.

Gute Laune weicht Zweifel am Wetter

Aber das Glück ist mit den Mutigen. Oder waren es die Tüchtigen? Heute war es jedenfalls mit mir unterwegs. Nach den paar Tagen hier in Bayern vermag ich mich mittlerweile sogar halbwegs gut zu orientieren.

Orientierung leicht gemacht

Eine Besonderheit am Wanderweg heute, die mir durchaus gefallen hat war, dass Fahrradfahrer verboten waren. Ich habe nicht pauschal was gegen Fahrradfahrer. Wobei… vielleicht doch. Es ist einfach sehr angenehm, wenn man nicht dauernd schauen muss, ob von hinten wieder mal so ein Experte ankommt und glaubt, der Weg gehört ihm allein. Ich mag mich nicht erschrecken. Und noch weniger mag ich es, wenn sich Toni erschreckt. Von daher gibt es von meiner Seite aus einen Daumen hoch an die Wanderwegplaner in Mittenwald.

Fahrräder müssen draußen bleiben

Der Weg heute hatte bis dahin also schon mal alles, was ich mir erhoffte. Ruhe, wenig Menschen und wie sollte es anders sein? Schöne Natur. Dann auf einmal… ein Tropfen? War meine Aussprache im Selbstgespräch zu feucht oder fängt jetzt das große Gewitter an?

Meh… Regen?

Wer weiß schon, woher manchmal so ein Tropfen kommt. Vielleicht war es ein einzelner Regentropfen. Vielleicht ein Eichhörnchen mit Blasenschwäche. So oder so – das Gewitter kam nicht und es blieb trocken.

Man geht vom Parkplatz an der Kranzbergbahn bis zum Lautersee etwa 40 Minuten bei sehr gemütlichem Tempo. Dazu kommt natürlich die Zeit, die man braucht, um sich über die Schönheit der Momente zu freuen.

Außerdem braucht man als Hundebetreuer auch immer noch etwas mehr Zeit. Schließlich sind da Wiesen und auf denen kann man sich… entschuldigt – muss man sich wälzen. Alternativ dazu kann man auch einfach richtig richtig knuffig aussehen und Herrchen zu einer Fotosession animieren.

Aber zurück zum Weg. Vielleicht bin ich durch die wenigen Tage auch schon etwas abgehärtet. Ich muss sagen, dass ich die paar Höhenmeter rauf und runter heute eigentlich kaum mehr wahrgenommen habe. Klar, man pumpt man eine Runde, wenn es eine Steigung hochgeht. Aber wenn ich da an meinen ersten Tag hier zurückdenke… ich werde noch zum richtigen Bergsteiger.

Mich spornt hier aber auch wirklich die Natur an. Hinter jeder Ecke liegt ein nächstes WOW-Moment und es lohnt sich eigentlich immer noch ein paar Schritte mehr zu machen. Am Ende ist ein Berg ein Berg und ein Tal ein Tal. Doch machen ein paar Schritte dazwischen gleich soviel für die Perspektive aus.

Am Lautersee angekommen, hat Toni erstmal seine soziale Seite entdeckt. Nach Tagen, in denen er nur mit mir unterwegs war, wollte er mal neue Leute kennenlernen.

Toni und die Enten

Das Interesse war eher einseitig und so ging es für uns weiter. Der Lautersee ist hier in der Region wohl ein sehr beliebter Badesee. Gestern, als wir knapp 40°C hatten, war wohl die Hölle los. Menschen über Menschen. Heute, bei dezenten Mitt-20iger Temperaturen war hier kaum eine Menschenseele.

Durch eine Waldpassage ging es dann für uns weiter zum Ferchensee. Laut der Schilder soll der Weg circa 40 Minuten dauern. Ich habe es zwar nicht gestoppt, denke aber, dass das deutlich schneller geht. Der Ferchensee selbst ist dann einfach atemberaubend.

Sicher, mit blauem Himmel und Sonne wäre es vielleicht noch besser gewesen. Sicher, mit weniger Wolken und Blick auf die Berggipfel wäre es vielleicht noch besser gewesen… Sicher… Sicher ist, dass es auch so einfach ein sehr friedlicher Ort ist. Man kann förmlich spüren, wie dieses kleine Fleckchen Erde Ruhe ausstrahlt.

Ursprünglich hatte ich auch geplant, dass ich mal die Drohne steigen lasse und ein paar Eindrücke aus der Luft einfange. Ich habe mich dann dagegen entschieden weil ich das Gefühl hatte, dass selbst das bisschen „Krach“ der Drohne dieses kleine Paradies unnötig stören würde.

Außerdem gesellten sich nach ein paar Minuten des Verweilens Enten zu uns. Ich weiß nicht, ob es die gleichen Enten waren, die Toni noch am Lautersee verschmäht haben. Aber die Kollegen waren eindeutig mehr interessiert an uns.

Gesellschaft am Ferchensee

Für ein paar Aufnahmen kamen die Enten sogar recht nah an mich heran.

Ente gut, alles gut

Aber was soll ich sagen, als Toni dann näher kam, wollten sie doch nicht mehr mit uns chillen. Schade eigentlich.

Tja, und dann war die Woche im Grunde auch vorbei. Ich werde wohl eher keinen Bericht mehr darüber schreiben, wie ich meinen Koffer packe oder wie begeisterungsfähig ich für lange Fahrten auf der A9 bin. Von daher bleibt mir nur zu sagen. Schön war es. Danke auch an alle, die sich den ganzen Kram hier durchlesen. Reisetagebuch schreiben macht auf jeden Fall Spaß und hat das Potential auch in kommenden Urlauben fortgesetzt zu werden 😉

In diesem Sinne

Pfiat di
X

Habe die Ehre

2 Kommentare zu „Time to say…

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