Die ersten Urlaubsversuche
Wer hätte auch ahnen können, dass in einem norwegischen Skigebiet Ende April noch Schnee fällt? Vermutlich jeder, der sich mit Reiseplanung befasst. Es ist verblüffend – ich kenne vermutliche alle Tarife der norwegischen Maut aber auf spontane Wintereinbrüche war ich irgendwie nicht vorbereitet.
Heute früh ging also der Vorhang des Zimmers auf und siehe da – alles weiß. Nicht nur so ein bisschen, nein. ALLES weiß. gute 15-20cm Neuschnee. Warum auch auch nicht. Die weiße Weihnacht und weiße Mainacht trennt phonetisch nicht viel und vom Datum her können wir die paar Tage auch schummeln.

Nachdem ich mit den Händen und dem Jackenärmel irgendwie das Auto ausgebuddelt hatte, ging es dann los. Wir hatten sehr viel Spaß im Auto, wenngleich wir deutlich langsamer vorwärts kamen, als ursprünglich gedacht.
Der Spaß kam auch daher, weil uns manchmal einfach nichts anderes blieb. Beispiel gefällig? Das ist ein Bild vom ersten Aussichtspunkt:

Und der zweite Aussichtspunkt war auch nicht viel besser:

Bis hierhin war es auch noch so der Schnee, der irgendwie ab und zu ein bisschen rutschig ist aber insgesamt alles eher friedlich macht. Ein paar Kilometer später wollten wir dann zu noch einem Aussichtspunkt und konnten gar nicht erst auf den Parkplatz, weil dort eine Schneewand stand.
In der Folge verschlechterte sich noch das Wetter. Die Sicht betrug mit viel Liebe vielleicht noch 10-15 Meter. Neben einem türmten sich Schneeberge auf und Verwehung zogen über unser Auto und die Straße. Das war schon sehr unheimlich.

Irgendwann endete dann der Schneesturm und wir kamen wieder in ruhigere Gefilde. Kurze Zeit später stellten wir auch fest, dass die Straße hinter uns in den Kartendienst tiefrot dargestellt wurde bis dahin, dass sie irgendwann ganz zu war. Immerhin musste wir also nicht gleich am zweiten Tag gleich umplanen – Glück gehabt.
Es war auch Glück. dass wir nach einer Kurve einen Parkplatz sahen und erstmal zum durchpusten anhielten. Es stellte sich heraus, dass auf der anderen Straßenseite ein kleiner Wasserfall war. Wir stiegen also schnell mal aus und gingen wieder zu den schönen Dingen des Lebens und Norwegens über.

In diesem Moment am Wasserfall stellte ich fest, dass das drumherum in Norwegen viel ausmacht. In Island bin ich Ruhe aus einem „Nichts“ gewohnt. In Norwegen gibt es da eher einen malerischen Ansatz.

Dank der Berge hat man immer etwas majestätisches im Hintergrund. Es gibt immer etwas zu bestaunen und immer etwas, um dankbar zu sein.
Unsere weitere Fahrt führte uns dann durch den Eidfjord. Entlang von Serpentinen fährt man durch Tunnel und hat wunderbare Einblicke in die Tiefe. Wir fanden dort einen Parkplatz, der uns dann die Möglichkeit bot, dass wir ein wenig durch den Schnee an der Steinwand entlang wandern.

Etwas später fanden wir uns dann vor der Frage wieder, ob wir kulturell gebildete Menschen sein wollen und in ein Museum gehen oder ob wir Touris sind und den Souvenirladen plündern. Jedenfalls habe ich wirklich tolle Postkarten und einen Kühlschrankmagneten. Ich bereue nichts.

Ich glaube ja, dass es jene gibt, die Abenteuer erleben und jene, die darüber schreiben. Die Ironie dieses Blogs mal kurz ausgeblendet, gehören wir sicher zu denen, die Abenteuer erleben. Unser Weg ging dann nämlich zu einer Bergstraße.
Es lässt einen schon kurz nachdenklich verharren, wenn eine 3m hohe Tafel vor einem steht, die sagt „ab hier wirds wirklich knackig“. Während meine Frau noch am überlegen war, wann sie zum Abenteuer „ja“ sagt, fuhr ich bereits los.

Und ganz ehrlich? Sooo schlimm war die Straße gar nicht. Klar, einspurig ist immer blöd, wenn es mehr als ein Auto gibt. Gab es heute aber nicht. Da waren nur wir. Ansonsten fährt man eben gesittet und alles wird gut. Nach ein paar Kilometern fanden wir dann auch den Wasserfall, für den wir diese Fahrt auf uns genommen hatten.

Ich glaube, dass wir vielleicht noch 1-2 Wochen zu früh hier sind. Dieser Wasserfall wäre vermutlich noch imposanter, wenn hier alles schmilzt. Aber auch so ist das schon sehr schön anzusehen gewesen. Aus bestimmt 150m Höhe fällt da aus Schnee und Eis heraus dieser konstante Wasserschwall. Sieht man auch nicht alle Tage.
Wir sind dann irgendwann zurück und haben uns langsam auf den Weg in unser kleines Apartment gemacht. Auf dem Weg dahin sollten aber auch noch ein paar Highlights kommen. Zum Beispiel mal kein Wasserfall – namentlich die Hardangerbrua.

Die war schon wirklich sehr beeindruckend anzusehen und dann auch sehr cool, als wir drübergefahren sind. Und dann muss ich berichten, hat mich ja wirklich ein Kreisverkehr fasziniert. Nach der Brücke kam innerhalb eines Tunnels ein Kreisverkehr und ich glaube, ich habe noch nie eine so futuristische Verkehrsführung gesehen.

Unser erstmal letztes Ziel vorm Apartment war dann der Tvindefossen Wasserfall. Auch hier glaube ich, dass die Schneeschmelze noch mehr Imposanz hinzufügen wird. Aber auch heute war das schon sehr cool.

Hier verweilten wir eine ganze Weile. Man steht da wirklich dicht vor dem Wasserfall und kann die ganze Herrlichkeit aufsaugen. Es störte uns dabei auch kaum, dass es nach und nach anfing zu regnen.
Irgendwann sind wir aber doch weiter und schließlich im Apartment gelandet. Zu meiner großen Freude hing direkt im Wohnzimmer eine Akustikgitarre. Wenn mir irgendwas in den Urlauben immer wieder fehlt, dann ist es eine Gitarre. Aber hier war nun eine und ich war glücklich.

Wir fuhren danach noch kurz zu einem Supermarkt und besorgten uns Nudeln, Tomatensauce und Würstchen. Das wohl klassischste aller unser Urlaubsessen sollte den Tag noch veredeln.
Heute sind wir auch halbwegs zeitig mit allem fertig. Das heißt, den Abend werden wir jetzt noch ein wenig auf die Berge rings um uns schauen und dann gut schlafen. Morgen wartet ein neuer Tag voller Abenteuer auf uns.
In diesem Sinne
Habe die Ehre
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