Bis die Füße brennen

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…sagte die Wanderratte, als sie nichts mehr zu wandern hatte.

Wir wollten mit dem Auto zum Elbfall fahren. Die ersten 500 Meter klappte das gut. Dann kam ein Schild „Straße gesperrt“. Blöd… doch viele Wege führen nach Rom. Also eine andere Straße angepeilt. 20 Minuten später – das gleiche Ergebnis. Dann eben nicht zum Elbfall. Lass uns zum Pantschefall fahren. Man ahnt schon was kommt, oder? Auch hier standen wir auf einmal vor einem Schild, dass uns die Durchfahrt untersagte. Und nun?

Das Riesengebirge hat viele Wasserfälle zu bieten. Fahren wir einfach zu einem anderen. Keine 20 Minuten auf der Straße, blinkte im Auto auf einmal eine Alarmleuchte. Der Öl-Stand war nicht mehr in Ordnung. Super, und das mitten im Nirgendwo.

Das Thema Öl konnten wir Dank eines Autohändlers relativ schnell lösen. Doch irgendwie war da das Gefühl, dass der geplante Roadtrip zu den Wasserfällen nicht sein sollte. Es hat bis hierhin eigentlich nix recht geklappt und so richtig wollte sich autofahren nicht mehr gut anfühlen.

Meine Frau hatte die Idee: „Lass uns doch einfach zurück zum Hotel und zum Elbfall wandern“. Das sind etwa 7,5 Kilometer pro Richtung und es ist ja gerade mal 12 Uhr. Warum eigentlich nicht?

Es entpuppte sich als irre guter Vorschlag. Anfangs ging es durch einen Wald, immer entlang der Elbe. Der Geruch von Nadelbäumen, das plätschern vom Wasser – keine Motorengeräusche – das war schon cool. Es wurde recht schnell bergiger. Der Weg etwas holpriger bishin zu dem Punkt, wo man die Steigung deutlich spürte.

Wir nahmen uns Zeit. Zeit zum wandern und zum genießen. Das Wetter spielte ebenfalls mit. Es war nicht zu warm und nicht zu kalt. Die Sonne schien und ab und an kam ein angenehmer Wind. Nach knapp 3 Stunden standen wir dann vor dem Wasserfall. Okay, wir saßen. Die Füße qualmten schon ganz ordentlich. Doch der Blick ins Tal war einfach unbezahlbar und durch die Wanderung hatte die ganze Szenerie noch dieses Gefühl von Belohnung. Es war sehr schön.

Natürlich mussten wir auch wieder zurück und der Weg wurde nicht überraschenderweise nicht kürzer. Also noch mal 7,5 Kilometer über Stock und Stein. Es dauerte wieder knapp drei Stunden.

Am Ende des Tages spürten wir ziemlich jeden Knochen. Ich würde es aber in jedem Fall wieder genau so machen und möchte mich an dieser Stelle herzlich beim Schicksal bedanken, dass es mit dem Roadtrip nicht geklappt hat.

In diesem Sinne

Habe die Ehre
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